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‚Instant Articles‘ von Facebook – Schnell und schön = Medienwandel?

“Es ist eine zwar nur eine clevere Idee – sie könnte jedoch die Zukunft der Medien verändern.”

Mit diesen Worten beschreibt Casey Newton von The Verge die neuen Artikel auf Facebook – genannt “Instant Articles”.

Warum braucht es Instant Articles?

Facebook findet, es dauert zu lange bis verlinkte Artikel einer Seite jeweils geladen sind. Daher möchte Facebook, dass die Medienhäuser ihre gesamten Artikel an Facebook geben und diese laden dann innert wenigen Augenblicken. Der Nutzer wird dabei nicht mehr auf die Website des Newsanbieters gelenkt sondern bleibt in der Facebook App. Facebook hofft, dass dadurch die Nutzer mehr Zeit in der Facebook App verbringen und die Medienhäuser hoffen, dass sich dank den ‘Instant Articles’ mehr Geld über Werbung verdienen.

Was bieten diese Instant Articles?

Facebook sagt, die ‘Instant Articles’, eben diese Artikel die direkt in der App angezeigt werden, sollen sich anfühlen wie in einer nativen News-App. Die Artikel beinhalten eine schicke Typo, hochaufgelöste Bilder und Interaktive Elemente, die der Nutzer aus anderen News Apps kennt.


3-Map 4-VideoGrundsätzlich gibt es also 2 grosse Vorteile die ‘Instant Articles’ bieten. Die Artikel sind enorm schnell geladen und wirken lebendiger und nativer als mobile Webseiten.

Was ist das Problem, ist doch glatt?

Das grosse Problem dabei ist einerseits, dass die Publisher einen Teil der Kontrolle über ihre Arbeit an Facebook abgeben. Die User identifizieren sich nicht mehr mit der Webseite des Newsanbieters sondern mit Facebook. Ein weiteres, potentielles Problem ist, dass nur wenige Anbieter ihre Artikel über ‘Instant Articles’ zur Verfügung stellen. Diese haben im Moment einen grossen Vorteil gegenüber der Konkurrenz, da ihre Artikel viel schneller laden und daher vielleicht mehr Menschen gefallen daran finden. Andererseits kommen dadurch die anderen Medienhäuser unter Druck, ihre Artikel ebenfalls über Facebook zu vertreiben. Dies bringt Facebook möglicherweise in eine mächtige Situation. Facebook könnte (dies ist zum Start nicht der Fall) den Medienhäusern Werbegelder wegnehmen oder andere Einschränkungen festlegen.

Fazit

‘Instant Articles’ sind aus meiner Sicht ein sehr spannender Versuch von Facebook neue Wege zu gehen in der Auslieferung von Artikeln. Facebook hat die Möglichkeit, seine Position als “Zentrum” des Internets für viele Nutzer zu stärken und die Nutzer mehr an Facebook zu binden.
Für die Medienhäuser mögen die Vorteile verlockend sein, allerdings kann die Abhängigkeit von Facebook bald gefährlich werden.

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Zum Start sind im Deutschsprachigen Raum Inhalte Spiegel-Online und Bild.de mit dabei. Instant Articles sind derzeit nur in der iPhone-App von Facebook verfügbar .

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Diese Anbieter sind zum Start der Instant Articles dabei. Quelle: Screenshot

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