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Microsoft Surface Pro 3 – Das Tablet, das gerne ein Laptop wäre

Selten war ich derart skeptisch, ein neues Gerät in meinem Uni- und Arbeitsalltag zu testen, wie beim Surface Pro 3 von Microsoft. Irgendwie konnte ich mir nicht richtig vorstellen, wo die Vorteile liegen, ein Tablet mit Tastatur statt einem Laptop zu benutzen und dann erst noch ein gerät von Microsoft mit Windows als Betriebssystem (nein es geht mir hier nicht um plumpes Windows-Bashing).

Umso erstaunter war ich, als ich das Surface das erste mal eingeschaltet hatte und es sich als Tablet enorm gut anfühlte. Als ich später das Gerät auf den Tisch stellte und die Tastatur einklickte, fühlte es sich auch als Laptop nicht allzu schlecht an.

Insgesamt stand das Surface (ein Testgerät, dass mir Microsoft zur Verfügung gestellt hat) rund einen Monat bei mir im Einsatz, hier die Eindrücke.

Design und Verarbeitung

Eines ist klar, das Surface Pro 3 ist kein iPad und auch kein Macbook. Das Design ist wesentlich kantiger und weniger geschwungen als bei den Kollegen von Apple. Aber das Surface wirkt trotzdem enorm Solide. Die Verarbeitung wirkt sehr robust und wertig. Als Material verwendet Micrsoft Aluminium, dieses wirkt sehr massiv.

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Auch wenn es auf den Bildern nicht so wirkt, das Surface ist dünner als das MacBook Air und wiegt auch deutlich weniger. Das Display hat eine Grösse von 12”.

Grundsätzlich fühlt sich das Gerät sehr gut an, es liegt gut in der Hand und sieht auch ganz ok aus, wenn es auf dem Tisch steht.

Was taugt dieser “Kickstand”, ist der Praktisch?

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Die einfache Antwort für mich, nein. Der Kickstand ist eine lustige Spielerei und er ist durchaus praktisch um das Tablet auf dem Tisch stehen zu lassen und z.B. einen Film abzuspielen. Möchte man das Tablet aber als “Lap-top” also auf dem Schoss benutzten, ist der Kickstand sehr unpraktisch und nicht wirklich angenehm. Falls man also häufig pendelt oder den Computer häufig auf dem Schoss hat, ist das Surface aus meiner Sicht nicht wirklich empfehlenswert, da lohnt sich ein Ultrabook deutlich mehr.

Also ist es nun ein Laptop oder ein Tablet?

Für mich ist das Surface Pro ganz klar ein Tablet, das ich auch als vollwertigen Laptop/Computer nutzen kann. Das Surface Pro bietet alles was ich von einem Tablet erwarte. Die Windows Oberfläche ist sehr schnell, es gibt mittlerweile auch einige Apps die für Tablets optimiert sind und die sehr gut funktionieren. Auch die “LiveTiles”, also die Kacheln im “Start” Bildschirm haben mir sehr gut gefallen.

Screenshot des "Start" Bildschirms
Screenshot des „Start“ Bildschirms
Screenshot (2)
Screenshot des PDF-Readers und der Evernote (Desktop) App

 

Was aber wirklich grossartig ist, das Surface ist eben nicht nur ein Tablet. Nebst dem Modus mit den Windows 8 Apps gibt es den Modus mit dem Desktop. Dort laufen alle Programme, die auf einem normalen Windows Rechner laufen und diese laufen mit dem vollen Funktionsumfang. Das heisst, Evernote muss man nicht in der “Evernote Touch” App nutzen (die übrigens für mich völlig unbenutzbar war), sondern man kann die vollwertige Windows-Evernote Version nutzen. Diese bietet alle erdenklichen Funktionen. Natürlich, diese Apps sind nicht auf die Bedienung mit einem Touch-Screen optimiert, aber auf der Tastatur findet sich auch ein Trackpad und dieses ist ganz ok.

Für mich hat sich folgender Workflow etabliert. Zuhause habe ich häufig Netflix oder ähnliche Apps genutzt, diese immer im Tablet-Modus (also mit den Windows 8 Apps). An der Uni war ich praktisch immer im “Desktop” Modus und habe die “normalen” Windows Apps genutzt. Dies war auch in der Bedienung kein Problem, da ich sowieso immer die Tastatur angeschlossen hatte.

Kleines Fazit: Mir hat es sehr gefallen, dass das Surface Pro als Tablet für Unterhaltung sehr gut und schnell funktioniert hat. Toll ist aber, das ganze KANN auch als vollwertiger Windows Rechner gebraucht werden, dies ist an der Uni oder (stelle ich mir vor) auch im Geschäftsleben sehr praktisch.

Dies ist aus meiner Sicht der ganz grosse Vorteil des Microsoft Surface Pro 3. Ich hatte schon einige “Convertibles”, oder Geräte die sich so nennen im Test, und war immer enttäuscht, da entweder der Einsatz als Tablet oder als Laptop total unbrauchbar war. Beim Surface ist der Laptopeinsatz auch nicht das beste was man sich vorstellen kann, aber es funktioniert und man kann durchaus sehr gut damit arbeiten.

Was ist mit dem Display, dem Akku und der restlichen Hardware?

Das Display ist grossartig. Microsoft hat ein erstklassiges Display verbaut, das einerseits eine sehr gute Auslösung bietet und andererseits sehr knackige und schöne Farben zeigt. Die Auflösung beträgt 2160 x 1440 Pixel, dies entspricht 216 Pixel pro Inch. Diese Auflösung entspricht in etwa den Retina-Displays, die in den MacBooks verbaut sind.

Der Akku ist ganz OK, aber nicht mehr. Mit OK meine ich, man kommt relativ problemlos durch den Tag, wenn man etwas auf die geöffneten Applikationen schaut und die Bildschirmhelligkeit nicht dauernd auf dem Maximum eingestellt hat. Trotzdem könnte die Laufzeit besser sein. Gerade von einem Gerät, dass wirklich komplett auf den mobilen Einsatz ausgelegt ist, könnte man durchaus erwarten, dass der Akku mehr leistet und man nicht Angst haben muss, dass es eben nur knapp reicht (dies ist nach meiner Erfahrung bei den aktuellen MacBooks der Fall).

Etwas sehr positives gibt es beim Thema Akku noch zu berichten. Microsoft hat ein Netzteil verbaut, das sich magnetisch mit dem Gerät verbindet und dadurch das Gerät von unnötigen Schäden wegen Stolpern schützt. Ausserdem hat das Netzteil noch einen USB Anschluss, dies kann sehr praktisch sein wenn das Smartphone mal kurz aufgeladen werden muss.

Kann das Surface an der Uni mit einem “gewöhnlichen” Laptop mithalten?

Ja, definitiv. Das Surface ist ein echter, solider Windowsrechner, mit den meisten Vor- und Nachteilen davon. Das Surface Pro 3 ist sehr schnell und hat ein grandioses Display. Der Akku könnte meiner Meinung nach etwas länger halten, reicht aber eigentlich aus. Somit bietet das Surface alles, was auch die meisten Laptops bieten. Die Möglichkeit, das Surface auch mal als Tablet zu nutzen, ist sicher praktisch.

Der einzige handfeste Unterschied zu einem klassischen Laptop, ist die Tastatur. Diese ist zwar, gemessen an der dicke, sehr gut gelungen, allerdings sind die Tasten sehr wackelig und nicht zu vergleichen mit fest verbauten Laptop Tastaturen.

Die grosse Enttäuschung ist für mich der Kickstand. Er erfüllt zwar seinen Zweck, man kann das Surface in jedem beliebigen Winkel aufstellen damit, aber er ist einfach viel weniger praktisch als ein Laptop, den man einfach aufklappen kann und fertig. Beim Surface muss zuerst der Kickstand und danach noch die Tastatur umgeklappt werden. Hinzu kommt, dass das Arbeiten auf dem Schoss mit dem Kickstand weit weniger angenehm ist, als mit einem Laptop.

Fazit

Das Microsoft Surface Pro 3 ist im grossen und ganzen ein tolles Gerät. Es ist leicht, solide verarbeitet und bietet alles was man von einem guten Tablet und auch von einem guten Laptop erwartet.

Wer häufig an Tischen arbeitet, ist damit sicher gut bedient. Für mich, der ab und zu den Laptop auf dem Schoss hat, ist der Kickstand zu unpraktisch. Das Auf- und Zuklappen dauert wesentlich länger als bei einem Laptop und es fühlt sich wesentlich weniger komfortabel an.

Hier mein Buyer’s guide:

Ich suche einen Laptop, da ich viel unterwegs schreibe! -> Kauf einen normalen Laptop.

Ich suche einen Laptop, schreibe aber nicht viel und mag Tablets! -> Kauf das Surface Pro 3

Ich möchte ein Tablet, ab und zu schreibe ich aber auch gerne! -> Kauf das Surface Pro 3

Ich möchte ein Tablet, das kein iPad ist! -> Kauf dir das Surface Pro 3 (und lass die Tastatur zuhause)

Das Surface Pro gibt es ab 1250.- bei Digitec und Brack. Und neu gibt auch das Surface 3 (ohne Pro).

Jonathan ist der Gastgeber dieses kleinen Blogs. Er hat Wirtschaft an der Uni Basel studiert und bloggt hier über Dinge, die er interessant findet. Beruflich arbeiter er bei Radio SRF für das Regionaljournal Basel.

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