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TapIt – Bezahlen wir bald alles mit dem Smartphone?

Sei es nur ein Gipfeli und ein Kaffee oder der ganze Wocheneinkauf. Praktisch täglich müssen wir etwas Bezahlen – meistens tun wir dies mit Bargeld oder Karte. Wie lange noch?

Warum mit dem Smartphone bezahlen?

Seit einiger Zeit kann in der Schweiz an vielen Orten mit Paypass bezahlt werden. Dabei werden meist Kreditkarten unterstützt. Dies ist bereits eine grosse Verbesserung gegenüber dem Bezahlen mit Bargeld oder herkömmlicher Karte, da es enorm schnell geht.

Mit dem Smartphone muss es also mindestens gleich schnell gehen, und einen Mehrwert gegenüber PayPass bieten.

Welchen Mehrwert bietet das Smartphone?

Für mich ist Bezahlen mit dem Smartphone dann praktisch, wenn ich kein Portemonnaie mehr mitnehmen muss um einzukaufen. Klar, die Kredit- bzw. Debitkarte ist nur eine von vielen, doch es ist gleichzeitig auch die, welche am meisten gezückt werden muss.

Falls diese also nicht mehr gebraucht wird, kann das Portemonnaie problemlos im Rucksack oder der Tasche verstaut werden, da ich es nur noch relativ selten brauche. Nämlich dann, wenn ich mein GA bzw. Halbtax zeigen muss oder ich nicht mit dem Smartphone bezahlen kann und Bargeld benötige.

Wie funktioniert das Bezahlen mit dem Smartphone?

Die Swisscom und die anderen Schweizer Telcos haben vor einigen Wochen TapIt vorgestellt. Eine App, die ermöglicht mit dem Smartphone an allen PayPass fähigen Terminals zu bezahlen. Hat man alle Hürden für TapIt überwunden (Kein iPhone, also Android, neue SIM bestellt, extra Kreditkarte (momentan Cornercard) bestellt) kann das Vergnügen losgehen.

Zum Bezahlen mit TapIt muss weder das Smartphone entsperrt (falls kein Code gesetzt), noch die App geöffnet werden. Einfach das Smartphone im Standby-Modus an das Terminal halten, und alles passiert automatisch.

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Screenshots der TapIt – App

Es geht wirklich enorm schnell und hat bei meinen Tests an allen Terminals problemlos geklappt. TapIt ist sehr übersichtlich gestaltet und ist bei meinen Tests nie abgestürzt.

Wichtig zu wissen: Bei Beträgen ab 40.- muss der PIN Code eingegeben werden.

Bei der Nutzung fallen für den Benutzer übrigens keine Gebühren an.

Warum soll das ganze nun Zukunft haben?

Mir ist bewusst, dass TapIt nur ein Anfang ist. Ich gehe davon aus, dass in nächster Zeit immer mehr Banken ihre Kreditkarten auch für TapIt oder ähnliche Systeme öffnen und daher auch immer mehr Kunden das Angebot nutzen. Zudem werden auch immer mehr herkömmliche Karten durch das Smartphone ersetzt. Kundenkarten können übrigens schon heute problemlos auf dem Smartphone gezeigt werden (z.B. mit Stocard).

Und sobald sich auch die SBB dazu durchringt, ihre Abos aufs Smartphone zu bringen, kann das Portemonnaie Zuhause gelassen werden. Ich freue mich auf den Tag.

Disclaimer: Swisscom hat mir TapIt für den Test zur Verfügung gestellt.

Jonathan ist der Gastgeber dieses kleinen Blogs. Er hat Wirtschaft an der Uni Basel studiert und bloggt hier über Dinge, die er interessant findet. Beruflich arbeiter er bei Radio SRF für das Regionaljournal Basel.

  1. Tapit halte ich momentan leider noch nicht für Konkurenzfähig. Einfach deshalb weil ich es nicht nutzen kann, alleine wegen meinem Handy.

    Tapit selbst antwortete mir diesbezüglich:
    „Es kann sein, dass ein Smartphone NFC-fähig ist, aber von den Kreditkartenorganisationen wie MasterCard und Visa nicht zertifiziert ist. Auf nicht zertifizierten Geräten darf Tapit leider nicht genutzt werden.“

    Man geht hier also den Weg ein Gerät Zertifizieren zu lassen. Folge: Nur Neue Mainstream Handys funktionieren. Mit einem Nexus Gerät kann man es z.B. vergessen…

    Sowas geht gar nicht und möchte ich auch ungerne unterstützen.

    • Jonathan Noack

      Das ist natürlich ärgerlich. Aber, nur weil einige Geräte nicht unterstützt werden, bedeutet aus meiner Sicht dies noch lange nicht, dass TapIt keine Chance hat.
      Die Zertifizierung der Geräte muss aus Sicherheitsgründen gemacht werden und sei nicht ganz unkompliziert, haben mir die Entwickler von TapIt im Gespräch gesagt. Die Entwickler versuchen natürlich, möglichst die Geräte zu supporten, die auch von vielen Leuten genutzt werden, daher werden zum Beispiel viele Geräte von Samsung und HTC unterstützt.

      • Naja, da mag man verschiedene Anschichten haben. 🙂

        Man beachte z.B. das E-Mail Protokoll. Das ganze wurde nur deshalb so erfolgreich weil es jeder nutzen konnte. Das hat sich wie ein Lauffeuer verbreitet. So nach dem Motto: „Hey, du hast doch E-Mail, kannst du mir das auch einrichten?“

        Bei Tapit kann ich da nur sagen: „Sorry, dein Handy kann das nicht.“ „Ok, egal, dann lass ich den mist“.

  2. Pingback: Bezahlen mit dem Smartphone in der Migros › Jonock

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