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Lenovo Yoga Book – der digitale Notizblock im Test

Lenovo Yoga Book Test

Notieren, Schreiben und Konsumieren. Diese drei Verben fasse meine Computernutzung im Alltag am besten zusammen. In Vorlesungen an der Uni und in Besprechungen mache ich viele Notizen, für Arbeiten (oder Blogbeiträge wie diesen) schreibe ich viel, und im Zug oder Zuhause findet auch Netflix seinen Platz.
Hinzu kommt der übliche Internetkonsum mit Twitter, Youtube und Google Docs verschiedenen News-Seiten.
Das Yoga Book von Lenovo verspricht, viele dieser Tätigkeiten gut zu erfüllen. Ich habe genau das getestet, hier folgen die Erfahrungen.

Design

Das Design des YogaBook von Lenovo ist aus meiner Sicht wirklich gelungen. Für den Test hat mir Lenovo das Modell mit Windows als Betriebssystem zur Verfügung gestellt, das in Mattem Schwarz gehalten ist und einen sehr eleganten Eindruck macht. Das Gerät ist sehr dünn und passt gut in jeden Rucksack. Ich hatte das Gerät praktisch immer mit dabei, da es derart dünn und relativ leicht war.

Yoga Book dünn
Sehr dünn, das YogaBook

Wie viele ‘Convertibles’ ist das Yoga Book von Lenovo ein Zwitter aus Tablet und ein bisschen Laptop. Das heisst es kann als ‘quasi-Laptop’ genutzt werden mit dem aufgeklappten Bildschirm oder rückwärts zusammengeklappt als Tablet. Ich hatte praktisch immer die ‘quasi-Laptop’ Konfiguration, vielleicht auch aus Gewohnheit.
Der Akku hält sehr lange, das Display ist Top.

Notieren

Die Art, wie ich Notizen schreibe hat sich in den letzten Jahren dramatisch geändert. Zu beginn meines Studiums hatte ich alles digital in Evernote aufgeschrieben. Gegen Ende bin ich immer mehr zu Notizen auf Papier gewechselt, die ich nachher ‘eingescannt’ habe.
Insofern kommt mir das Yoga Book stark entgegen. Es bietet die möglichkeit, mit dem beiliegenden Stift Notizen auf Papier zu nehmen, die gleichzeitig digitalisiert werden. Mit OneNote habe ich mich nicht anfreunden können, dafür aber mit folgender Funktion:

Yoga Book digitale Notizen
Digitale Notizen funktionieren sehr gut mit dem YogaBook

Das Schreiben auf Papier und das gleichzeitige Digitalisieren ist wirklich sehr sehr gut gelungen. Sobald die richtige Stiftdicke eingestellt ist, kann man einfach drauflosschreiben ohne zu überlegen und das ganze wird sofort digital nachgezeichnet. Die erkennung ist extrem genau und auch die Qualität der Notizen ist beeindruckend.
Natürlich kann auch die Farbe gewechselt werden und der ‘virtuelle Stift’ gewechselt werden aber die Grundfunktionalität reicht längstens aus um die Funktion zu rechtfertigen. Aus meiner Sicht ist diese Funktion das Kaufargument für das Yoga Book.

Schreiben

Eine halbe Stunde braucht man, um sich an die Glastastatur zu gewöhnen und einigermassen schnell damit zu tippen, sagt Lenovo.
Falsch.
Ich habe deutlich länger versucht damit zu schreiben und habe mich kein bisschen daran gewöhnt.

Yoga Book Tastatur
An die Glastastaur des YogaBook konnte ich mich nicht gewöhnen

Ja, mit der Zeit habe ich deutlich weniger Schreibfehler gemacht (immer noch zu viele), jedoch fühlte sich das Tippen auch dann noch unnatürlich an. Es ist vom Gefühl her für mich das gleiche, wie wenn man auf einer iPad Tastatur auf dem Display tippt. Es funktioniert und man kann sich einigermassen daran gewöhnen. Trotzdem ist man deutlich langsamer als mit einer ‘echten’ Tastatur und man macht auch immer noch mehr Tippfehler.

Geniessen

Durch den starken Bildschirm im YogaBook, eignet sich das Tablet sehr gut für Netflix und co. Ich habe damit einige Stunden verbracht und habe eigentlich nichts daran auszusetzen. Das selbe gilt allerdings auch für die Netflix-App auf dem iPad oder anderen Tablets.

Software

Ich habe die Windows-Version des Yoga-Book getestet. Grundsätzlich ist die Tabletfunktion von Windows relativ gut und auch mit den unterschiedlichen Apps hatte ich wenig Probleme. Nach wie vor gibt es wenige Apps, die wirklich auf die Benutzung mit einem Tablet optimiert sind. Für meine Nutzung war allerdings alles vorhanden.
Leider hatte die getestete Version noch einige Bugs (die auch durch Updates nicht gefixt wurden). So ist das Gerät mehrfach während es zugeklappt war aufgewacht und hat den Akku komplett leer gebraucht (ohne, dass ich irgendetwas damit gemacht hätte). Ausserdem ist es beim Zuklappen häufig entweder gar nicht in den Standy gewechselt oder hat sich komplett ausgeschaltet.
Ich hoffe, diese Bugs werden durch Updates behoben, da sie sehr ärgerlich sein können und ungesicherte Änderungen unter Umständen verloren gehen können.

Fazit:

Das Yoga Book ist ein sehr gutes Tablet und ein weniger guter Laptop. Die Funktion mit dem ‘digitalen Stift’ ist grossartig und praktisch, wenn man gerne Notizen auf Papier aufschreibt und diese digital archivieren möchte. Diese Funktion ist das grosse Alleinstellungsmerkmal des Yoga Book. Die Glas-Tastatur für mich nicht wirklich besser als jede gewöhnliche Tablet-Tastatur. Kurz: Das Yoga-Book ist ein sehr praktischer Begleiter um Notizen aufzuschreiben und Medien zu konsumieren, zum Schreiben greife ich sehr viel lieber zu einem herkömmlichen Laptop.

Das Yoga Book kostet mit Android 529 Franken und mit Windows 699 Franken. Ein Block Papier und ein Pen (inkl. Ersatzminen) sind im Paket enthalten.

Transparenz

Das Yoga Book wurde mir für den Testzeitraum von Lenovo zur Verfügung gestellt.

Jonathan ist der Gastgeber dieses kleinen Blogs. Er hat Wirtschaft an der Uni Basel studiert und bloggt hier über Dinge, die er interessant findet. Daneben leistet er aktuell seinen Zivildienst. Bis vor kurzem hat er zudem als Redaktor bei Radio Basilisk gearbeitet.

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